Auf und Ab

Während ich über das Auf und Ab nachdenke, erscheint es mir wie ein Naturgesetz – ein Grundprinzip des Lebens, das für jeden und alles gilt. Doch anstatt zu philosophisch abzuschweifen, möchte ich in diesem Artikel konkret über die Höhen und Tiefen der Selbstständigkeit sprechen. Ein Thema, das viele in der Gründungsphase fürchten und das alle Selbstständigen irgendwann durchleben.

Auftragsflauten, geplatzte Projekte, Budgetkürzungen. Funkstille. Nichts kommt rein. Gar nichts. Die Ungewissheit, wann und wie es weitergeht, macht dich nervös. Das Team „Selbstzweifel“ betritt die Bühne und verpasst dir ein paar deftige Hiebe in die Magengrube. Du fragst dich, ob dein Können ausreicht, ob dein Angebot gut genug ist. Klar, die anderen sind besser, schneller, und so weiter. Vielleicht solltest du einfach aufgeben, dir einen sicheren Job suchen und monatlich dein Geld verdienen. Du bist im Krisenmodus...bis plötzlich der nächste Auftrag eintrudelt.

So oder so ähnlich sehen die Tiefpunkte oft aus. Doch die Frage ist: Muss das wirklich so sein?

Ich sage mal: JEIN.
(Wollte ich immer schon mal schreiben.)

Ja, es wird immer Tiefs geben – das gehört dazu. Kein Business dieser Welt wächst von Anfang an ohne Unterbrechung stetig nach oben. Täler und Verschnaufpausen sind Teil des Spiels.
Aber nein, wir müssen uns in diesen Momenten nicht völlig ausgeliefert fühlen. Wie wir damit umgehen und wie wir solche Situationen bewerten, liegt in unserer Hand. Klingt theoretisch? Vielleicht. Doch hier sind sieben konkrete Tipps, die dir helfen können, entspannter mit den Tiefs umzugehen:

7 Wege, um Tiefs in der Selbstständigkeit zu meistern 

1) Akzeptiere die Tiefs als Wachstumsphasen
Das klingt simpel, ist aber essenziell: Akzeptiere, dass Tiefs Teil der Selbstständigkeit sind. Dieses Bejahen des „Naturgesetzes“ kann dir eine gute Portion Gelassenheit bringen.

2) Höre auf deine innere Stimme
In Momenten der Unsicherheit liegt die Antwort oft in dir selbst. Was sagt dir dein Bauchgefühl? Was fühlt sich richtig an? Deine Intuition ist ein wertvoller Kompass, der dir helfen kann, auch in unklaren Situationen die nächsten Schritte zu erkennen. Wie du in Kontakt mit deiner Intuition kommen kannst, folgt in einem neuen Blogbeitrag im April. 

3) Sorge gut für dich – körperlich und emotional
Wie kannst du in dieser Phase gut für dich sorgen? Was hilft dir, produktiv zu bleiben und das Vertrauen in dich selbst zu stärken? Erste Inspiration findest du hier

4) Analysiere, was wirklich los ist
Neben der Intuition ist auch ein klarer Blick wichtig: finde heraus, woran es liegen könnte. A) Blick nach Außen: geht es allen gerade so? Sprich mit Kolleg:innen, lies Branchenblogs oder tausche dich in Online-Communities (z. B. auf LinkedIn) aus. B) Blick nach Innen: was lief in den letzten Monaten gut, was nicht? Welche Maßnahmen kannst du ergreifen, um dein Angebot zu stärken? Kundenfeedback und Wettbewerbsanalysen sind hier oft extrem aufschlussreich.

5) Entdecke die Chancen hinter den Herausforderungen
In jeder Krise steckt Potenzial für neue Wege. Gibt es Ideen, die du bisher nicht umgesetzt hast? Weiterbildungen, die du längst machen wolltest? Oder ganz allgemein: welche Chancen könnten sich jetzt hieraus für dich ergeben? Was soll sich verändern? Lass dich von deiner Intuition leiten, und sei mutig, Neues auszuprobieren. Wenn nicht jetzt, wann dann, oder?
6) Nutze die Tiefs für persönliches Wachstum

Jede Krise ist auch eine Gelegenheit, dich selbst besser kennenzulernen. Welche Ängste oder Verhaltensmuster tauchen auf? Was kannst du daraus über dich und dein Business lernen? Wenn du dir erlaubst, die Unruhe auszuhalten und hinzusehen, kannst du wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Wie geht das? Teste mal, wie es sich anfühlt, alle Business Aktivität für 2 ganze Tage liegen zu lassen und Dinge (allein) zu tun, die dich in die Ruhe bringen wie bspw. Buch lesen, schreiben, baden, sortieren. Wichtig, keine Ablenkung von außen. Nr.6 ist eine harte Nuss, hat mich aber danach bereits zwei Mal richtig weit nach vorne katapultiert!

7) Suche Unterstützung und Austausch
Du musst nicht alles allein tragen. Sprich mit anderen Selbstständigen, Coach:innen oder Freund:innen. Der Austausch kann dir nicht nur neue Perspektiven eröffnen, sondern auch das Gefühl geben, dass du nicht allein bist. Die Unterstützung der Gemeinschaft bringt oft die Kraft für den nächsten Schritt. Wenn du dich gerne live treffen möchtest, sind meetups eine tolle, ungezwungene Option. Als Introvertierte hab ich zu meinem 1. Meetup eine Freundin mitgeschleift, danach konnte ich auch ohne Probleme alleine gehen.

Fazit: Die Tiefs bleiben - und das ist auch irgendwie gut so. Denn wir können lernen a) anders mit ihnen umzugehen und sie nicht selbst dramatisch zu vertiefen und b) Vertrauen in sie und das Geschenk, das sie mit sich bringen werden, aufzubauen.

Mit viel Liebe für all deine Aufs und Abs, 
Sasu