Lecce my love

Meine Reise zu meiner Intuition - wo fange ich bloß an?

Vielleicht im wunderschönen Lecce. Stell' dir vor, du hast schon ein paar Denkzettel bekommen, angefangen zu forschen, und dich dann einfach aufgemacht - ins Abenteuer, ins Unbekannte: Job gekündigt, Wohnung gekündigt, Beziehung "gekündigt". Aber ja, ich hatte zumindest ein paar Pläne im Rucksack. Plan 1: mit gelernten skills als freelancer über Wasser halten, Plan 2: parallel fremde Welten erforschen. In meinem Fall: la intuition.

DER PLAN: analytisch sauber, ok und ein Tick 90s hollywood

Als wilder Gefühlsmensch geboren, zum angepassten Kopfmensch entwickelt. Jeglichen Zugang verloren. Aber nicht mit mir. Ich bin ein Dickschädel und scheue keine Mühen, wenn dieser gut trainierte Dickschädel etwas möchte. Und wie sollte es anders sein, ich machte mich analytisch ans Werk. Idee: alleine vereisen  und nur machen was sich so wirklich 100% gut anfühlt. Mein Ziel war Apulien, die rauhe Schönheit. Genauer: Lecce. Also ab ins Flugzeug, weiter mit dem Auto und durch die Wallachei gebrettert (In Süditalien baut man nur Unfälle, wenn man bremst, ließ ich mir sagen - gesagt getan, immer die 1. im Kreisel gewesen). Nun ja, ich bezog meine wunderschöne, alte Wohnung in Lecce. 10 Tage, Lecce. Und ich. Wenn dich das jetzt an eat.pray.love erinnert, ja, so ungefähr. Nur doch sehr anders.

DIE UMSETZUNG: zäh wie 'ne 100 Tage alte Bockwurst

In Realität lief das ganze so ab: Tag 1 - ich lag im Bett und wartete. Und dachte. Und hinterfragte. Tag 2, Tag 3, Tag 4, Tag 5 - ich lag im Bett und wartete. Und dachte. Und lauschte, meinem inneren Dialog. Kurzum: es war nervig. Aber ich blieb dran. Die Ruinen sehen, tolle Pasta bei xy essen? Den Markt besuchen? Will ich? Sollte ich wollen? Muss ich? Ach, kurzum, ich wollte nichts davon und entschied mich dann auch dagegen. 
Ich ging lediglich in den Supermarkt, blinzelte im Vorbeigehen in die Markthalle, traute mich aber nicht rein. Am liebsten fuhr ich zu Lidl, wo ich mit niemandem kommunizieren brauchte und alles bekam was ich wollte. Nur die Tomaten, zugegeben, kaufte ich bei einem Bauern am Straßenrand. Ich kochte was das Zeug hält und halleluja, es war geil. Ich liebte es. Ich liebte auch aus dem Fenster zu sehen. Dem Trompeter zuzuhören. Ok, und zum Strand fuhr ich auch einige Male. Alles andere war Meditation, Schreiben, Schlafen. Bloß kein Kontakt zu Fremden (ja, auch Kellner im Restaurant sind Fremde!).

DAS ERGEBNIS: erwünscht und unerwartet

Von Tag zu Tag war ich mehr und mehr Ok mit dem, was mir ein wirkliches Bedürfnis war, womit ich mich gut fühlte. Und ja, die Lidl Nummer inklusive. Sie gab mir Sicherheit. Und ich ließ mich zum ersten Mal genauso ok sein. Ich "musste nichts". Ich wollte einfach.

Es war Mai im Jahr 2018. Und ein grandioser Start für mich und meine Intuition.