Bodytalk
Kennst du das, du stehst morgens auf und irgendwas fühlt sich super quer an? Deine Gedanken wandern oder hetzen orientierungslos umher, du findest den Punkt nicht, du bist genervt. Du fühlst dich nebelig, nicht ganz da. Irgendwas ist off.
So einen Morgen habe ich gerade hinter mir. Ich bin aufgestanden und tat das was getan werden sollte. Ich fühlte mich irgendwie krank, dachte ich. Ich räumte den Einkauf aus, wollte ins Bett. So motivationslos rumschleppen, pah, keine Lust. Doch irgendwas in mir sagte, das Bett ist nur eine Ausrede, für was auch immer. Also setzte ich mich auf mein Meditationskissen. Ich atmete ein paar Mal tief. Das war genau was ich brauchte. Innehalten. Mit mir sitzen. Schauen was da in mir wabert.
Natürlich kamen 100 Gedanken, die mich ablenken wollten (Urlaubsplanung ahoi!). Aber ich entschied mich einen kleinen Bodyscan zu machen, genau zu schauen, was wo in meinem Körper so los ist. Wie sich die Stellen gerade fühlen. Was sie mir vielleicht erzählen wollen. Denn, ja, Körper reden, wenn wir lernen zuzuhören.
Also saß ich da, wanderte gedanklich über alle kleinen Stellen meines Kopfes. Die Augen drückten. Das tat plötzlich richtig weh. Wenn das der Fall ist, weiß ich mittlerweile: da sitzt ein bockiger Glaubenssatz, wie ein haarloser, buckliger, kleiner alter Mann, der sich hartnäckig halten will. Ich blieb ein bisschen dabei, und ließ das Gefühl dann erstmal sein.
Ich wanderte weiter zum Kiefer, zur Mundhöhle (schönes, unheimliches Wort, oder?), den Hals hinunter. Weiter zu den Schultern, die Arme runterrutschen und zu den Händen. Oh, die waren warm. Als hätte mir jemand eine warme Kastanie in jede Hand gelegt. Ein Geschenk. Ich genoß es kurz und wanderte die Arme zurück, weiter zum Brustbereich. Flache Atmung, wenig Bewegung. Weiter zum Bauch, weich, tief. Zum Becken. Wie es da lag auf meinem Meditationskissen. Viel mehr, wie es da stand. Es war fest und gesättigt. Ich darf da sein. Ich darf mich sicher fühlen. Ich kenne meinen Weg. Ich bin mir sicher. Ich nährte mein Becken mit rotem Licht. Die Chakralehre sagt, rotes Licht wie eine mächtige Flüssigkeit durch das Becken spülen lassen nährt uns und unser Ur-Vertrauen. Und ich verspreche dir, es wirkt. Wunderbar heilsam. Ich saß fest im Sattel und mein Körper erinnerte mich wie von selbst an meinen Weg, meine Pläne. Sie waren auf einmal wieder ganz präsent. In den vergangenen Wochen hatte ich mich etwas davon distanziert, jetzt wusste ich warum: ich hatte mich weggedrückt.
Ich habe diesen Monat freitags keine Termine, um mich lahansi zu widmen. Und dieses sehr persönliche Projekt nach draußen zu geben. Mich damit zu zeigen. Das vorzubereiten. Wow. Das macht mir Angst. Das macht mir viele Gefühle, aber eben auch Angst. Mein Körper zeigte mir sie, aber erinnerte mich auch an meine Kraft, meinen Weg. Ich fühlte mich gleich inspiriert den Moment zu malen und davon zu berichten. So sitze ich nun hier, im Bett und schreibe. Und fühle mich so viel leichter und klarer als heute früh. Machen wir uns nichts vor, die Angst ist nicht weg, aber zumindest für heute hat sie deutlich an Kraft verloren. Weil meine Zuversicht und Vorfreude überwiegt. Ich weiß um sie und kann mich bewusst dafür entscheiden trotzdem weiterzugehen.
Und das tu ich jetzt! Ihr Lieben, Danke für's Lesen, euer Interesse! Ich freu mich sehr! Solltet ihr Fragen oder Gedanken hierzu haben, schreibt mir gern!
Alles Liebe,
Sasu